Philosophie

Mode ist mehr als bloß Kleidung. Obwohl manch einer behauptet, er mache sich nicht viel aus Mode, trifft jeder Mensch mit der Wahl seiner Kleidung täglich eine Entscheidung – bewusst oder unbewusst.

Eindeutiger als die Vorliebe für ein bestimmtes Stück ist oft die instinktive Ablehnung von Stilen, die sich nicht stimmig anfühlen. Selbst wer Mode keine Bedeutung beimessen möchte, spürt genau, was nicht zu ihm gehört – denn Mode ist immer auch Kommunikation.

Egal, ob wir uns mit großer Mühe ein optimales Outfit zusammenstellen oder uns einfach das erstbeste Basic überwerfen – unser Äußeres ist in der Regel das erste, was unsere Mitmenschen von uns wahrnehmen und deuten.

Kleider machen Leute. Ist es da nicht ein logischer Schritt, eine Kleidersprache zu entwickeln, die genau das vermittelt, was wir wirklich ausdrücken wollen?

Blaues handgefärbtes Baumwollkleid mit weitem Zipfelrock, getragen von einer Frau mit wildem Haar auf einer Lichtung im Wald, umringt von Wildblumen. Das Kleid hat eine A-Silhouette.

Ich bin überzeugt, dass ein authentisches Auftreten und die Freiheit, unsere Persönlichkeit durch Mode auszudrücken, uns zu einem erfüllteren und glücklicheren Leben führen können. Denn über die Art uns zu kleiden, können wir auch ein Stück weit beeinflussen, wen oder was wir in unserem Leben sonst noch anziehen.

Die Wahl der richtigen Kleidung beginnt mit dem Blick nach innen: Was fühlt sich für mich persönlich gut an? Welche Stoffe schmeicheln meiner Haut und meinem Körpergefühl? Was ist bequem und in meinem Alltag praktisch, was engt mich hingegen ein?

Vielleicht folgen ethische Fragen: Wofür steht die Marke? Wo und unter welchen Bedingungen wird die Kleidung hergestellt und möchte ich dieses System unterstützen?

Dann wird die Außenperspektive eingenommen: Wie möchte ich von Anderen wahrgenommen werden?

Einige Antworten können sich natürlich je nach Stimmung und Anlass von Tag zu Tag ändern. Welcher Mensch fühlt sich schon jeden Tag genau gleich?

Meine Vision ist es, Mode zu schaffen, die sich einfach rundum richtig anfühlt. Nachhaltige Mode, die Individualität feiert, und eine kreative und intuitive Art des Kleidens unterstützt.

Dafür braucht es nicht Unmengen an Kleidung für jeden erdenklichen Anlass, sondern langlebige Stücke, die so wandelbar sind, dass sie in vielfältigsten Kombinationen und Kontexten funktionieren.

Lieblingsstücke, die uns lange begleiten und unsere Geschichten miterzählen dürfen.

Geschichten von Selbsterfahrung und Gemeinschaft, von Achtsamkeit und Extase, von Euphorie und Melancholie.

Wurzeln & Inspiration

Krähennest ist ein Herzensprojekt, das eng mit meinen eigenen Erfahrungen verknüpft ist.

Ich folge mit meinen Kreationen weder Trends, noch versuche ich eine breite Masse anzusprechen. Meine Mode soll stattdessen Menschen begleiten, die ihre eigenen Wege gehen – Freigeister, Kreative, Andersdenkende.

Das prädestiniert meine Mode zwar bereits für subkulturelle Kontexte, aber ich lege mich bewusst auf keine bestimmte Subkultur fest. Sie darf lieber als Grenzgängerin funktionieren und nach Gemeinsamkeiten suchen, anstatt zu spalten.

Auch denke ich, dass der Mensch viel zu facettenreich ist, um sich vor der wunderbaren Vielfalt der Kunst und Kultur in einer einzigen Schublade zu verschließen.

Selbstverständlich finde ich die Hippie-Bewegung der 60er und 70er Jahre mit all ihrer unkonventionellen Kunst, Musik und Mode sehr inspirierend. Aber auch rohe und düstere (Anti-)Ästhetiken wie im Punk, Metal oder der Gothic-Szene sprechen mich auf ihre eigene Weise an.

Obwohl diese Welten auf den ersten Blick sehr unterschiedlich erscheinen, verbindet sie doch ein gemeinsamer Kern: der Wunsch nach Authentizität und einem Leben jenseits starrer gesellschaftlicher Erwartungen.

Mein eigener Weg hat mich durch verschiedene kreative und subkulturelle Räume geführt, in denen ich mich teilweise bis heute zuhause fühle. Doch anstatt mich vollständig einer dieser Szenen zuzuordnen, interessieren mich vor allem ihre Schnittstellen – die Orte, an denen unterschiedliche Einflüsse aufeinandertreffen und etwas Eigenständiges entstehen kann.

Eine weitere, vielleicht etwas abstraktere Inspiration für meine Designs sind die chaotischen Strukturen der Natur in ihrer perfekten Imperfektion – Gebilde, die aus dem Zusammenspiel von Umgebung, Zeit und Zufall entstehen und sich stetig verändern.

Auch bei meinen Handfärbungen und -bleichungen spielt immer der Zufall mit und lässt Muster entstehen, die einander zwar ähneln, aber im Detail immer einzigartig bleiben. Oft bearbeite ich einen Stoff dafür in mehreren Schichten und mit kombinierten Techniken – so lange, bis er sich für mich „fertig“ anfühlt.

Meine Mode erzählt von Wind und Meer, der verborgenen Magie des Waldes, von Blüte und Zerfall.

Doch ihren wahren Charakter entfaltet sie erst durch die Menschen, die sie tragen und auf ihre eigene Weise zum Leben erwecken.

Nachhaltigkeit

Ich bin überzeugt, dass ein authentisches Auftreten uns zu einem erfüllteren und glücklicheren Leben führen kann.

Entscheidend ist jedoch nicht nur die Optik unserer Kleidung, sondern auch die Verträglichkeit unseren eigenen Werten.

Leider leistet die Massenproduktion von schnelllebiger Kleidung einen nicht geringen Beitrag zur Zerstörung von Ökosystemen, sowie der Ausbeutung von Arbeitskräften, insbesondere im globalen Süden.

Mit Krähennest möchte ich einen Unterschied machen. Für meine Designs verwende ich nachhaltige Materialien wie zertifizierte Bio-Stoffe, Natur- und Recyclingfasern.

In der Produktion orientiere ich mich am Zero-Waste-Prinzip, bei dem Materialien effizient genutzt werden und möglichst wenig Abfall entsteht.

Selbst kleinste Stoffreste aus dem Stoffzuschnitt verwende ich so z.B. für die Fertigung von Upcycling-Schmuck, Accessoires und Patches.